Speicher am Kaufhauskanal soll im Mai 2015 eröffnen

So wird der Konzertsaal nach der Restaurierung etwa aussehen

So wird der Konzertsaal nach der Restaurierung etwa aussehen

Die Umbaupläne für das „Neue Kaufhaus“ an der Blohmstraße nehmen nun Gestalt an. Der 1827 errichtete und 1881 an den heutigen Standort „verschobene“ Fachwerkspeicher wird ab 2014 zum Konzertsaal und als Veranstaltungslocation umgebaut. Die Kosten sind mit gut 800 Tsd. € kalkuliert, die jeweils hälftig von der Hamburger Denkmalschutzbehörde und von Eigner und Investor Rolf Lengemann aufgebracht werden.

So sieht die erste Etage heute aus, die Decke wird nun entfernt

Lengemann rechnet fest mit einer Baugenehmigung noch in diesem Jahr. „Wir wollen Anfang 2014 loslegen und im Mai 2015 eröffnen“. Der gebürtige Harburger ist Feuer und Flamme für sein Projekt, sprudelt über vor Ideen für die Nutzung:  Spielstätte für das Schleswig-Holstein Musik Festival, Kooperation mit den Harburger Rathauskonzerten, Lesungen, Ausstellungen, auch Workshops.
Sein in der Restauration historischer Bauten erfahrener Architekt Ulrich Garbe plant aufwändige Umbaumaßnahmen für das denkmalgeschützte „Neue Kaufhaus“. Vor allem soll aus dem jetzt zweigeschossigen Speicher ein einstöckiges Veranstaltungshaus werden, das im Obergeschoss mit dann fast doppelter Deckenhöhe einen Konzertsaal beherbergt, im Erdgeschoss Catering und variable Nutzungsmöglichkeiten für Kultur- oder auch Firmenevents zulässt. Vorgesehen ist ein reiner Sommerbetrieb von Mai bis Oktober.

Betreiber muss noch gefunden werden

Damit wird nun endgültig Abschied genommen von Überlegungen zur Nutzung des Speichers als Büro- oder Wohngebäude, oder als Standort für eine Musikakademie. „Alle diese Ideen hätten beträchtlich höhere Investionssummen erfordert, mit entsprechend größerem Risiko für die wirtschaftliche Verwertung“, sagt Lengemann.
Er wirkt keineswegs unglücklich darüber. Der mittlerweile in Mainz lebende Ruheständler weiß, dass eine vorwiegend kulturell genutzte Immobilie keine Gelddruckmaschine sein kann. Er konzentriert sich nun auf die Suche nach einem Betreiber, der das Nutzungskonzept für den Speicher umsetzt. Kontakte seien vorhanden, im Laufe des nächsten Jahres werde sich eine Lösung finden, so Lengemann optimistisch.

Auch wenn er es nicht explizit sagt, ist die sich jetzt abzeichnende Nutzung wohl auch eine Reverenz an seine Heimatstadt, an Harburg, an den Binnenhafen. Schließlich hatten Großvater und Vater ein Heizungsbau-Unternehmen aufgebaut, das seit 1956 an der Blohmstraße residierte. Sohn und Enkel Rolf Lengemann hat beruflich andere Wege genommen und er hätte es sich mit dem familiären Erbe leichter machen können.
Die ebenfalls auf dem Grundstück befindliche und auch denkmalgeschützte Gründerzeitvilla ist bereits saniert (und wird gewerblich genutzt). Mit der Lösung für das Neue Kaufhaus hat Rolf Lengemann nun nicht nur ein städtebauliches Juwel gesichert, sondern die Voraussetzungen für eine nachhaltige, weitere Attraktion im Binnenhafen geschaffen.

Eigentümer und Investor Rolf Lengemann

Eigentümer und Investor Rolf Lengemann

Übrigens: ein endgültiger Name für den Kaufhausspeicher steht noch nicht fest. Das naheliegende „Kulturkaufhaus“ sei zu eng mit KulturWerkstatt oder KulturKran assoziiert, meint Lengemann.
Namensideen aus der Community sammelt die Redaktion: redaktion [at] binimhafen [dot] de.

 

 

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